Zahnbürsten – elektrisch vs. Hand welche ist wirklich besser?

Wer eine neue Zahnbürste kaufen möchte, steht früher oder später vor derselben Frage: Reicht eine klassische Handzahnbürste aus oder lohnt sich die Anschaffung einer elektrischen Zahnbürste?

Die kurze Antwort lautet: Für die meisten Menschen bietet eine elektrische Zahnbürste Vorteile. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass moderne elektrische Zahnbürsten – insbesondere Schall- und rotierend-oszillierende Modelle – Zahnbelag oft effektiver entfernen und Zahnfleischentzündungen besser vorbeugen können als eine Handzahnbürste. Dennoch bedeutet das nicht, dass eine Handzahnbürste grundsätzlich schlechter ist. Mit der richtigen Putztechnik und ausreichend Zeit lassen sich auch mit ihr sehr gute Ergebnisse erzielen.

Welche Zahnbürste die bessere Wahl ist, hängt jedoch nicht nur von der Reinigungsleistung ab. Auch Faktoren wie Alter, Geschicklichkeit, Zahnfleischgesundheit, Zahnspangen, Implantate, persönliche Vorlieben und das Budget spielen eine wichtige Rolle.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Unterschiede zwischen elektrischen und manuellen Zahnbürsten bestehen, was aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen und für welche Personengruppen welche Zahnbürste besonders geeignet ist. Außerdem erhalten Sie praktische Tipps, wie Sie unabhängig von der Zahnbürstenart Ihre Mundgesundheit langfristig verbessern können.

Kurzantwort in 30 Sekunden

Ja – für die meisten Menschen ist eine elektrische Zahnbürste die bessere Wahl. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass moderne elektrische Zahnbürsten Zahnbelag (Plaque) effektiver entfernen und Zahnfleischentzündungen besser vorbeugen können als eine Handzahnbürste. Besonders Menschen mit Zahnfleischproblemen, Zahnspangen, Implantaten oder eingeschränkter Fingerfertigkeit profitieren von der gleichmäßigen und einfachen Anwendung.

Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Handzahnbürste ungeeignet ist. Wer die richtige Putztechnik beherrscht, mindestens zwei Minuten gründlich putzt und regelmäßig Zahnzwischenräume reinigt, kann auch mit einer Handzahnbürste eine sehr gute Mundhygiene erreichen.

Unsere Empfehlung auf einen Blick

SituationEmpfehlung
Sie möchten die bestmögliche Plaqueentfernung✅ Elektrische Zahnbürste
Sie leiden unter Zahnfleischbluten oder Parodontitis✅ Elektrische Zahnbürste
Sie tragen eine Zahnspange oder Implantate✅ Elektrische Zahnbürste
Sie haben eingeschränkte Beweglichkeit oder Motorik✅ Elektrische Zahnbürste
Sie putzen bereits sehr gründlich und korrekt✅ Beide Zahnbürsten sind geeignet
Sie suchen eine günstige und unkomplizierte Lösung✅ Handzahnbürste

Unser Fazit: Nicht die Zahnbürste allein entscheidet über gesunde Zähne, sondern die Kombination aus der richtigen Putztechnik, einer ausreichenden Putzdauer und der täglichen Reinigung der Zahnzwischenräume. Eine elektrische Zahnbürste macht es den meisten Menschen jedoch leichter, diese Voraussetzungen dauerhaft zu erfüllen.

Welche Zahnbürste empfehlen Zahnärzte?

Die meisten Zahnärztinnen und Zahnärzte empfehlen heute eine elektrische Zahnbürste – nicht, weil eine Handzahnbürste grundsätzlich ungeeignet wäre, sondern weil sie vielen Menschen hilft, ihre Zähne gründlicher und gleichmäßiger zu reinigen.

Der entscheidende Vorteil liegt darin, dass die Reinigungsbewegungen bereits von der Zahnbürste übernommen werden. Während bei einer Handzahnbürste die richtige Putztechnik vollständig vom Anwender abhängt, führen elektrische Zahnbürsten je nach Modell mehrere tausend bis zehntausende Bewegungen pro Minute aus. Dadurch wird Zahnbelag häufig effektiver entfernt, auch wenn die Putztechnik nicht perfekt ist.

Besonders empfehlenswert sind elektrische Zahnbürsten für:

  • Menschen mit Zahnfleischbluten oder Parodontitis
  • Träger von Zahnspangen, Brücken oder Implantaten
  • Kinder, die das systematische Zähneputzen erst erlernen
  • Senioren oder Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit der Hände
  • Personen, die beim Putzen häufig zu viel Druck ausüben oder einzelne Zahnflächen vergessen

Eine Handzahnbürste kann dennoch genauso zu gesunden Zähnen beitragen, wenn sie richtig angewendet wird. Wer sorgfältig mindestens zwei Minuten putzt, alle Zahnflächen systematisch reinigt und zusätzlich täglich Zahnseide oder Interdentalbürsten verwendet, kann ebenfalls eine ausgezeichnete Mundhygiene erreichen.

Die Zahnbürste allein entscheidet also nicht über die Mundgesundheit. Entscheidend sind eine gute Putztechnik, regelmäßiges Zähneputzen und die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume. Eine elektrische Zahnbürste erleichtert es jedoch vielen Menschen, diese Ziele dauerhaft zu erreichen.

Elektrische Zahnbürste – moderne Unterstützung für eine gründliche Mundhygiene

Elektrische Zahnbürsten haben sich in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt und gehören heute für viele Menschen zur täglichen Mundpflege. Im Gegensatz zur Handzahnbürste werden die Reinigungsbewegungen nicht von der Hand ausgeführt, sondern vom Bürstenkopf selbst. Dadurch lässt sich Plaque häufig gleichmäßiger entfernen und die Reinigung wird weniger von der individuellen Putztechnik beeinflusst.

Je nach Modell arbeitet eine elektrische Zahnbürste mit rotierend-oszillierenden Bewegungen oder mit Schalltechnologie. Beide Systeme wurden entwickelt, um den bakteriellen Biofilm möglichst effektiv zu lösen und gleichzeitig Zähne und Zahnfleisch zu schonen.

Viele moderne Geräte verfügen zusätzlich über praktische Funktionen wie einen Zwei-Minuten-Timer, einen Drucksensor oder verschiedene Reinigungsprogramme. Diese unterstützen dabei, typische Putzfehler zu vermeiden und die empfohlene Putzdauer einzuhalten.

Vorteile einer elektrischen Zahnbürste

Elektrische Zahnbürsten bieten eine Reihe von Vorteilen, die vielen Menschen die tägliche Mundhygiene erleichtern:

  • Gründliche Reinigung: Die automatischen Bürstenbewegungen entfernen Plaque häufig gleichmäßiger als eine manuelle Putzbewegung.
  • Einfachere Anwendung: Der Bürstenkopf übernimmt die eigentliche Reinigungsbewegung. Dadurch muss der Anwender die Zahnbürste lediglich langsam von Zahn zu Zahn führen.
  • Timerfunktion: Viele Modelle signalisieren nach zwei Minuten das Ende der empfohlenen Putzzeit und erinnern alle 30 Sekunden daran, den Kieferquadranten zu wechseln.
  • Drucksensor: Hochwertige Geräte warnen, wenn zu viel Druck auf die Zähne oder das Zahnfleisch ausgeübt wird.
  • Motivation: Gerade Kinder empfinden elektrische Zahnbürsten häufig als interessanter und putzen dadurch regelmäßiger und länger.

Gibt es auch Nachteile?

Neben den Vorteilen gibt es auch einige Punkte, die berücksichtigt werden sollten:

  • Die Anschaffung ist deutlich teurer als bei einer Handzahnbürste.
  • Bürstenköpfe müssen regelmäßig ersetzt werden und verursachen laufende Kosten.
  • Die Zahnbürste muss geladen oder mit Batterien betrieben werden.
  • Manche Menschen empfinden Vibrationen oder Geräusche zunächst als ungewohnt.

Diese Nachteile spielen im Alltag jedoch oft eine untergeordnete Rolle, wenn die Zahnbürste regelmäßig genutzt wird und dadurch die Mundgesundheit verbessert werden kann.

Für wen ist eine elektrische Zahnbürste besonders geeignet?

Besonders profitieren können Menschen,

  • die ihre Putztechnik verbessern möchten,
  • die häufig Zahnfleischbluten oder Zahnfleischentzündungen haben,
  • mit Zahnspangen, Brücken oder Implantaten,
  • mit eingeschränkter Fingerfertigkeit oder Gelenkbeschwerden,
  • sowie Kinder, die das systematische Zähneputzen erst erlernen.

Aber auch Menschen mit gesunden Zähnen können von den unterstützenden Funktionen moderner elektrischer Zahnbürsten profitieren. Sie erleichtern eine gleichmäßige Reinigung und helfen vielen Anwendern dabei, ihre Mundhygiene dauerhaft zu verbessern.

Der Hauptunterschied bei elektrischen Zahnbürsten liegt zwischen einer Schallzahnbürste und einer rotierend-oszillierenden Zahnbürste.

a. Ultra-Schallzahnbürste (z.B. Philips Soniccare)

ultraschall zahnbürste in einem Badezimmer
  • Bewegung: Vibriert seitlich mit sehr hoher Frequenz (bis zu 62.000 Bewegungen/Minute).
  • Technik: Nutzt Schalltechnologie, die Flüssigkeitsströmungen erzeugt – Reinigung erfolgt auch leicht über die Borsten hinaus (fluid-dynamischer Effekt).
  • Reinigungsfläche: Eher länglicher Bürstenkopf – ähnelt der Handzahnbürste.
  • Gefühl: Sanftere Reinigung, angenehm für empfindliches Zahnfleisch.

b. Rotierend-oszillierende Zahnbürste (z.B. Oral-B)

  • Bewegung: Dreht sich hin und her (oszilliert) und oft zusätzlich pulsierend, meist bis zu 8.800 Bewegungen/Minute plus Pulsationen.
  • Technik: Mechanische, punktuelle Reinigung mit kleinem, rundem Bürstenkopf – jeder Zahn wird einzeln umschlossen.
  • Reinigungsstil: Etwas intensiver und mechanischer.
  • Gefühl: Kann sich „kräftiger“ anfühlen, effektiv bei hartnäckigem Belag.

Die Vorteile elektrischer Zahnbürsten

Elektrische Zahnbürsten bieten scheinbar mehrere Vorteile gegenüber Handzahnbürsten:

  1. Gründlichere Reinigung: Durch rotierende oder oszillierende Bewegungen entfernen sie Plaque oft effektiver.
  2. Zeitersparnis: Die Putzbewegungen erfolgen automatisch, was die Reinigung effizienter macht.
  3. Einfachere Anwendung: Besonders hilfreich für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit (z. B. Arthritis). Der große Griff lässt sich viel leichter halten als der kleine Griff einer Handzahnbürste.
  4. Integrierte Zeit: Viele Modelle haben Timer, die helfen, die empfohlene Putzdauer (2-3 Minuten) einzuhalten.
  5. Geringerer Anpressdruck: Einige Modelle warnen bei zu starkem Druck, was das Zahnfleisch schützt.
  6. Motivationsfördernd: Smarte Funktionen und Apps können das Putzverhalten verbessern, besonders bei Kindern.

Handzahnbürste – bewährt, günstig und bei richtiger Anwendung sehr effektiv

Die Handzahnbürste gehört seit Jahrzehnten zur täglichen Mundhygiene und ist weltweit die am häufigsten verwendete Zahnbürste. Sie ist günstig, überall erhältlich und benötigt weder Strom noch Akkus. Richtig eingesetzt kann sie Plaque zuverlässig entfernen und zu einer guten Mundgesundheit beitragen.

Der entscheidende Nachteil liegt jedoch darin, dass die Reinigungsleistung fast ausschließlich von der Putztechnik abhängt. Werden einzelne Zahnflächen ausgelassen, zu wenig Zeit investiert oder mit zu viel Druck geputzt, bleiben Plaque und Bakterien zurück. Genau deshalb zeigen Studien häufig bessere Ergebnisse für elektrische Zahnbürsten – nicht weil die Handzahnbürste ungeeignet wäre, sondern weil sie eine sorgfältige und konsequente Anwendung erfordert.

Vorteile einer Handzahnbürste

Eine Handzahnbürste bietet einige praktische Vorteile:

  • Preiswert: Bereits gute Modelle sind für wenige Euro erhältlich.
  • Überall einsatzbereit: Es werden weder Akku noch Ladegerät benötigt – ideal für Reisen.
  • Große Auswahl: Es gibt unterschiedliche Bürstenkopfgrößen, Borstenhärten und Griffvarianten.
  • Volle Kontrolle: Die Putzbewegungen lassen sich individuell anpassen.
  • Nachhaltiger: Es entsteht kein Stromverbrauch und weniger Elektronikschrott.

Nachteile einer Handzahnbürste

Der größte Nachteil ist die Abhängigkeit von der richtigen Putztechnik. Viele Menschen:

  • putzen zu kurz,
  • vergessen einzelne Zahnflächen,
  • üben zu viel Druck aus,
  • reinigen den Zahnfleischrand nicht ausreichend,
  • wechseln die Zahnbürste zu selten.

Diese Fehler bleiben oft unbemerkt und können dazu führen, dass sich Plaque ansammelt – selbst wenn täglich geputzt wird.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Nicht jede Handzahnbürste ist gleich gut geeignet. Empfehlenswert sind Modelle mit:

  • weichen bis mittelweichen Borsten, um Zahnfleisch und Zahnschmelz zu schonen,
  • einem kleinen Bürstenkopf, der auch die hinteren Backenzähne gut erreicht,
  • abgerundeten Kunststoffborsten, die das Zahnfleisch weniger reizen,
  • einem ergonomischen Griff, der eine sichere Führung ermöglicht.

Von sehr harten Borsten wird heute meist abgeraten. Sie entfernen Plaque nicht besser, können bei falscher Anwendung jedoch Zahnfleisch und freiliegende Zahnhälse stärker belasten.

Für wen ist eine Handzahnbürste besonders geeignet?

Eine Handzahnbürste ist eine gute Wahl für Menschen,

  • die eine sorgfältige Putztechnik beherrschen,
  • ihre Zähne systematisch mindestens zwei Minuten reinigen,
  • regelmäßig Zahnseide oder Interdentalbürsten verwenden,
  • eine kostengünstige und unkomplizierte Lösung bevorzugen.

Wer hingegen Schwierigkeiten mit der Putztechnik hat oder häufig unter Zahnfleischentzündungen leidet, profitiert oft von einer elektrischen Zahnbürste.

Handzahnbürsten sind überwiegend gleich aufgebaut. Sie unterscheiden sind lediglich nach Anzahl, Härte und Anordnung des Bürstenfeldes.

Die Vorteile herkömmlicher Zahnbürsten

  • Hier liegt der Vorteil vor allem im Preis. Während elektrische Zahnbürsten schon einmal zwischen 60 und 250 Euro liegen können kostet eine Handzahnbürste um die 2-5 Euro, je nach Modell.
  • Auch ist man hier unabhängiger von eine Stromversorgung, was bei Urlaubsreisen eine Handzahnbürste oft praktischer macht als das Mitnehmen einer elektrischen Zahnbürste samt Ladegerät.

Vergleich der Reinigungsleistung

Handzahnbürste

  • Entfernt Plaque bei richtiger Technik effektiv, jedoch stark abhängig von der Putztechnik, -dauer und -häufigkeit des Nutzers.
  • Studien zeigen, dass viele Menschen mit der Handzahnbürste nicht alle Zahnbereiche ausreichend reinigen (v.a. Backenzähne, Zahnzwischenräume).

Elektrische Zahnbürste (rotierend-oszillierend)

Die oszillierend-rotierende Bewegung (z. B. Oral-B) entfernt bis zu 20–30 % mehr Plaque bei vergleichbarer Putzzeit.

Mehrere klinische Studien (z. B. Cochrane Reviews) belegen eine deutlich bessere Plaque-Reduktion und Zahnfleischgesundheit im Vergleich zur Handzahnbürste.

Elektrische Zahnbürste (Ultraschall)

Bei Schallzahnbürsten zeigen neuere Studien eher keine wirklich bessere Reinigungsleistung als bei Handzahnbüsten -> Schall reinigt nicht besser12

Die moderneren Ultraschall-Zahnbürsten mit höhere Leistung haben aber mittlerweile zumindest aus SIcht der Plaque-Entfernung einen deutlich besser Wirkung als Handzahnbürsten.

Kosten und Investition

Handzahnbürste

  • Sehr günstig in der Anschaffung (meist unter 5 €).
  • Geringe Folgekosten (alle 2–3 Monate Ersatz).

Elektrische Zahnbürste

  • Höhere Anschaffungskosten (30–200 €).
  • Folgekosten durch neue Bürstenköpfe (ca. 2–5 € pro Stück, alle 3 Monate).

Umweltaspekte der Zahnbürsten

Der Umweltaspekt spielt bei der Wahl zwischen Handzahnbürste und elektrischer Zahnbürste eine immer größere Rolle. Hier ein differenzierter Vergleich der ökologischen Auswirkungen beider Varianten:


🌱 Vergleich der Umweltaspekte

KriteriumHandzahnbürsteElektrische Zahnbürste (rotierend-oszillierend)
MaterialienMeist Kunststoff (Griff + Borsten)
Teilweise auch Holz oder Bambus (biologisch abbaubar)
Kunststoff + Metall + Elektronikkomponenten + Akku/Batterie
EntsorgungKunststoffzahnbürsten schwer recyclebar
Bambuszahnbürsten oft kompostierbar (Borsten meist nicht)
Komplexe Entsorgung
Als Elektroschrott (WEEE) zu behandeln
Lebensdauerca. 3 Monate pro ZahnbürsteBasisgerät hält mehrere Jahre
Aufsatzwechsel alle 3 Monate
CO₂-FußabdruckGeringer (geringer Energie- und Ressourcenverbrauch)Höher wegen Produktion, Elektronik, Akku, Ladegerät usw.
EnergieverbrauchKein StromverbrauchStromverbrauch beim Laden (gering, aber vorhanden)
VerpackungHäufig weniger aufwendig (klein, plastikarm)Oft mehrschichtige Verpackungen mit Plastik und Elektronikinfos
RecyclingfähigkeitSehr begrenzt (außer bei Bambus)Kaum recycelbar, enthält Elektronik und Mischkunststoffe

Warum ist die richtige Zahnbürste überhaupt so wichtig?

Jeden Tag bildet sich auf den Zähnen ein dünner, zunächst unsichtbarer Belag – die sogenannte Plaque oder auch Biofilm. Sie besteht aus Millionen von Bakterien, Speichelbestandteilen und Nahrungsresten. Wird dieser Belag nicht regelmäßig entfernt, vermehren sich die Bakterien und produzieren Säuren sowie Entzündungsstoffe.

Die Folgen können weitreichend sein:

  • Karies: Bakterien wandeln Zucker in Säuren um, die den Zahnschmelz angreifen und langfristig Löcher verursachen können.
  • Zahnfleischentzündung (Gingivitis): Plaque am Zahnfleischrand führt häufig zu Rötungen, Schwellungen und Zahnfleischbluten.
  • Parodontitis: Bleibt eine Zahnfleischentzündung unbehandelt, kann sie sich auf den Zahnhalteapparat ausbreiten. Dadurch drohen Knochenabbau und im schlimmsten Fall Zahnverlust.
  • Mundgeruch: Bestimmte Bakterien produzieren Schwefelverbindungen, die für unangenehmen Atem verantwortlich sind.
  • Zahnstein: Wird Plaque nicht entfernt, kann sie durch Mineralien aus dem Speichel verhärten. Zahnstein lässt sich anschließend nur noch professionell in der Zahnarztpraxis entfernen.

Das Ziel jeder Zahnbürste ist daher nicht in erster Linie, die Zähne zu polieren oder weißer erscheinen zu lassen. Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, den bakteriellen Biofilm möglichst vollständig und regelmäßig zu entfernen – besonders am Zahnfleischrand und in schwer erreichbaren Bereichen.

Genau hier zeigen sich die Unterschiede zwischen einer Handzahnbürste und einer elektrischen Zahnbürste. Während bei einer Handzahnbürste die Reinigungsleistung stark von der richtigen Technik abhängt, unterstützen elektrische Zahnbürsten den Anwender durch ihre automatischen Bürstenbewegungen. Dadurch gelingt es vielen Menschen, Plaque gleichmäßiger und gründlicher zu entfernen.

Unabhängig von der gewählten Zahnbürste gilt jedoch: Nur das tägliche Putzen aller Zahnflächen und die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten sorgen für eine dauerhaft gute Mundgesundheit.

Häufige Mythen über Zahnbürsten

Die häufigsten Mythen über elektrische Zahnbürsten :


🦷 Mythos 1: Elektrische Zahnbürsten sind zu aggressiv für das Zahnfleisch

❌ Falsch:
Moderne elektrische Zahnbürsten (v. a. mit Drucksensor) sind sanfter als viele manuelle Putztechniken. Wer mit einer Handzahnbürste zu fest schrubbt, richtet eher Schaden an. Die Technik spielt hier immer eine größere Rolle als das Werkzeug
✅ Fakt: Viele elektrische Modelle stoppen oder warnen bei zu viel Druck. Bei korrekter Anwendung wird das Zahnfleisch sogar besser geschützt.


🦷 Mythos 2: Elektrische Zahnbürsten sind nur für Menschen mit Zahnproblemen gedacht

❌ Falsch:
Sie sind für alle Altersgruppen geeignet, nicht nur für Menschen mit Parodontitis oder Zahnspangen.
✅ Fakt: Die automatische Bewegung sorgt bei jedem Nutzer für eine gleichmäßigere Reinigung – unabhängig vom Zahnstatus.


🦷 Mythos 3: Elektrische Zahnbürsten nehmen einem die Arbeit ab.

❌ Falsch:
Manche glauben, dass sie „weniger putzen“ müssen, weil die Bürste die Arbeit macht.
✅ Fakt: Eine gute elektrische Zahnbürste erleichtert die richtige Technik, ersetzt aber nicht die Verantwortung für Gründlichkeit und Regelmäßigkeit. Die Putzdauer bleibt entscheidend.


🦷 Mythos 4: Man kann mit einer Handzahnbürste genauso gut putzen

🔶 Teilweise richtig:
Mit perfekter Technik ist das möglich, aber nur wenige Menschen putzen manuell effektiv genug.
✅ Fakt: Studien zeigen, dass elektrische Zahnbürsten (v. a. rotierend-oszillierende Modelle) mehr Plaque und Entzündungen reduzieren – vor allem bei durchschnittlicher Putztechnik.


🦷 Mythos 5: Die Anschaffung lohnt sich nicht – zu teuer

❌ Falsch:
Elektrische Zahnbürsten sind in der Anschaffung teurer, ja – aber langfristig können sie durch bessere Mundhygiene helfen, teure Zahnarztkosten zu vermeiden.
✅ Fakt: Bereits ab ca. 30 € sind gute Modelle erhältlich. Ersatzbürstenköpfe kosten im Durchschnitt 2–5 € alle drei Monate.


🦷 Mythos 6: Elektrische Zahnbürsten sind schlechter für die Umwelt

🔶 Teilweise richtig:
Sie verursachen mehr Elektroschrott und CO₂ als Handzahnbürsten.
✅ Fakt: Bei langer Nutzungsdauer, korrekter Entsorgung und Auswahl nachhaltiger Modelle kann der Einfluss minimiert werden. Umweltfreundliche Handzahnbürsten (z. B. Bambus) bleiben dennoch ökologisch besser.


🦷 Mythos 7: Kinder sollten keine elektrischen Zahnbürsten benutzen

🔶 Teilweise richtig:
Oft wird vermutet, Kinder würden die Kontrolle verlieren oder sich verletzen.
✅ Fakt: Kinderzahnbürsten mit kleineren Köpfen und sanften Bewegungen sind speziell entwickelt für sichere Anwendung ab 3 Jahren – mit positiven Effekten auf die Motivation und Putzqualität. Da das Zähneputzen von Hand die Feinmotorik schult wird aber empfohlen bis zur Grundschule von Hand zu putzen um die Feinmotorik zu schulen. Kann das Kind sicher Schreibschrift, dann kann man auch auf eine elektrische Zahnbürste wechseln.

Fazit: Welches Modell ist das richtige für Sie?

Abschließend lässt sich sagen, dass eine elektrische Zahnbürste vieles erleichtert (Putzdruckkontrolle, Reinigungsleistung), aber nicht alles ersetzt.

Persönlich sehe ich einen Vorteil bei den rotierend-oszillierenden Modellen. Wer bisher immer gute Ergebnisse mit einer Handzahnbürste erzielt hat wird auch weiterhin im Leben gut mit dieser Zurecht kommen, aber wer immer wieder Probleme beim Zahnarzt hatte, der sollte sich Gedanken über die Anschaffung einer elektrischen Zahnbürste machen.

Die Kosten für Zahnfüllungen oder einem Zahnersatz liegen meist höher als die Anschaffungskosten einer elektrischen Zahnbürste.

  1. Schlueter N, Fiedler S, Mueller M, Walter C, Difloe-Geisert JC, Vach K, Ganss C. Efficacy of a sonic toothbrush on plaque removal-A video-controlled explorative clinical trial. PLoS One. 2021 Dec 22;16(12):e0261496. doi: 10.1371/journal.pone.0261496. PMID: 34937069; PMCID: PMC8694435. ↩︎
  2. Lucía, Barallat & Léna, Ben‐Kiran & Calvo, Xavier & Paniagua, Blanca & Pascual La Rocca, Andres. (2022). Efficacy of a new sonic powered toothbrush versus a manual toothbrush in a young population. A randomized cross‐over clinical trial. International Journal of Dental Hygiene. 21. 10.1111/idh.12656. ↩︎

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