Die Diagnose Parodontitis verunsichert viele Menschen.
Oft entstehen sofort Bilder von Schmerzen, Zahnverlust oder aufwendigen Eingriffen.
Dabei ist die moderne Parodontitis-Behandlung in den meisten Fällen gut planbar, schonend und sehr wirksam.
Dieser Artikel erklärt ruhig und verständlich,
- warum eine Behandlung wichtig ist
- wie sie abläuft
- und welches Ziel sie verfolgt.
Was ist das Ziel einer Parodontitis-Behandlung?
Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates.
Unbehandelt kann sie langfristig zu:
- Zahnfleischrückgang
- Lockerung der Zähne
- Zahnverlust
führen.
👉 Das wichtigste Ziel der Behandlung ist nicht „Heilung“, sondern:
- das Stoppen der Entzündung
- das Stabilisieren der Zähne
- und der Erhalt des Zahnhalteapparates
Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Ergebnisse.
Warum ist eine Behandlung notwendig?
Bei Parodontitis sammeln sich Bakterien in sogenannten Zahnfleischtaschen.
Dort können sie mit normaler Zahnpflege nicht mehr ausreichend entfernt werden.
Ohne Behandlung:
- schreitet die Entzündung meist langsam weiter
- auch wenn keine Schmerzen auftreten
👉 Parodontitis ist oft schmerzarm, aber dennoch ernst.
Wie läuft eine Parodontitis-Behandlung ab?
Die Behandlung erfolgt schrittweise und wird individuell angepasst.
1. Untersuchung und Diagnose
Zu Beginn wird festgestellt:
- wie tief die Zahnfleischtaschen sind
- wie stark die Entzündung ausgeprägt ist
- ob bereits Knochenabbau vorliegt
Die Taschentiefen werden mit einer speziellen Sonde gemessen und die Werte in Millimeter notiert. Zusätzlich wird eine Panorama – Aufnahme des Kiefer angefertigt (OPG).
Diese Untersuchung bildet die Grundlage für den Behandlungsplan.
2. Vorbehandlung und Mundhygiene
Vor der eigentlichen Parodontitis-Behandlung wird oft:
- Zahnstein entfernt
- eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt
- die richtige Zahn- und Zahnzwischenraumpflege erklärt
👉 Ziel: Die Anzahl der Bakterien im Mund deutlich reduzieren.
3. Reinigung der Zahnfleischtaschen
In diesem zentralen Schritt werden:
- bakterielle Beläge
- entzündliches Gewebe
- harte Ablagerungen
aus den Zahnfleischtaschen entfernt.
Das geschieht meist unter lokaler Betäubung. Zur Anwendung kommen spezielle Geräte wie Ultraschall oder Schall-Reiniger oder spezielle Instrumente wie Küretten oder Scaler.
👉 Schmerzen sind dabei in der Regel gut vermeidbar.
Im Anschluss wird oft ein lokales Antiseptikum (z.B. CHX) in die Zahnfleischtasche eingelegt um eine erneute Infektion zu verhindern und die Heilung zu fördern.
In einigen Fällen kann die zusätzlich Verschreibung von Antibiotika für 5-7 Tage empfohlen werden um eine weitere Keimreduktion zu erreichen.
4. Kontrolle und Heilungsphase
Nach der Behandlung:
- zieht sich das Zahnfleisch oft wieder fester an den Zahn
- die Taschen werden flacher
- die Entzündung klingt ab
Kontrolltermine sind wichtig, um den Erfolg zu überprüfen.
5. Nachsorge (Erhaltungsphase)
Parodontitis ist eine chronische Erkrankung.
Deshalb ist die Nachsorge entscheidend.
Dazu gehören:
- regelmäßige Kontrollen
- professionelle Zahnreinigungen
- konsequente häusliche Mundhygiene
👉 Ziel: Ein erneutes Aufflammen der Entzündung verhindern.
Tut eine Parodontitis-Behandlung weh?
👉 In den meisten Fällen: nein.
Durch:
- lokale Betäubung
- schonende Instrumente
- kurze Behandlungsabschnitte
ist die Behandlung meist gut auszuhalten.
Nach der Behandlung kann es vorübergehend zu:
- leichter Empfindlichkeit
- Spannungsgefühl im Zahnfleisch
kommen – das klingt in der Regel schnell ab.
Wie lange dauert eine Parodontitis-Behandlung?
Das hängt vom Schweregrad ab:
- leichte Formen: wenige Termine
- fortgeschrittene Parodontitis: mehrere Sitzungen über Wochen
Die Nachsorge begleitet die Behandlung langfristig.
Kann Parodontitis geheilt werden?
👉 Parodontitis kann nicht vollständig geheilt, aber sehr gut kontrolliert werden.
Mit:
- konsequenter Behandlung
- guter Mundhygiene
- regelmäßiger Nachsorge
lassen sich Zähne oft über viele Jahre stabil erhalten.
Was kannst du selbst zum Erfolg beitragen?
Ein entscheidender Teil der Behandlung liegt im Alltag:
- tägliche Zahnzwischenraumreinigung
- gründliches Zähneputzen
- regelmäßige Kontrollen
- Rauchverzicht (sehr wichtig!)
👉 Die Behandlung wirkt am besten, wenn Zahnarztpraxis und Patient zusammenarbeiten.
Häufige Fragen zur Parodontitis-Behandlung
Ist eine Operation immer nötig?
Nein. In vielen Fällen reicht eine nicht-chirurgische Behandlung aus.
Warum blutet das Zahnfleisch manchmal stärker?
Entzündetes Zahnfleisch ist empfindlicher – das normalisiert sich meist nach der Behandlung.
Was passiert ohne Behandlung?
Die Entzündung schreitet oft langsam fort und kann langfristig zum Zahnverlust führen.
Fazit: Früh behandeln – langfristig profitieren
Eine Parodontitis-Behandlung ist kein Grund zur Angst, sondern eine wichtige Investition in den Zahnerhalt.
Moderne Verfahren sind schonend, gut planbar und effektiv.
Je früher die Behandlung beginnt, desto einfacher ist sie – und desto besser sind die langfristigen Ergebnisse.
Hinweis
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine zahnärztliche Beratung.