Aphten sind kleine, schmerzhafte Entzündungen der Mundschleimhaut, die den Alltag stark beeinträchtigen können.
Schon beim Sprechen, Essen oder Zähneputzen verursachen sie oft brennende oder stechende Schmerzen.
Viele Betroffene fragen sich:
- Woher kommen Aphten?
- Sind sie gefährlich oder ansteckend?
- Was hilft wirklich gegen die Schmerzen?
- Und wie lassen sie sich vermeiden?
In diesem Artikel findest du klare Antworten, bewährte Maßnahmen und wichtige Hinweise, wann ärztlicher Rat sinnvoll ist.
Was sind Aphten?
Aphten (medizinisch: Aphthae) sind kleine, schmerzhafte Schleimhautläsionen, die im Bereich der Mundhöhle auftreten. Sie gehören zu den häufigsten entzündlichen Erkrankungen der Mundschleimhaut. In der Regel sind sie:
- rund oder oval,
- 2–10 mm groß,
- von einem weiß-gelblichen Belag bedeckt,
- von einem entzündlich geröteten Rand umgeben.
Wo entstehen Aphten?
Typische Stellen sind:
- Innenseite der Lippen und Wangen
- Zunge (vor allem seitlich oder an der Spitze)
- Zahnfleisch
- Gaumen
- Mundboden
Aphten sind nicht ansteckend, können aber sehr schmerzhaft sein.
Wie sehen Aphten aus?
Charakteristisch für Aphten sind:
- runde oder ovale Form
- weißlich-gelber Mittelpunkt
- entzündlich roter Rand
- Größe meist zwischen 2 und 10 Millimetern
Je nach Ausprägung können sie einzeln oder in Gruppen auftreten.
Welche Arten von Aphten gibt es?
Minor-Typ (am häufigsten)
- klein (unter 1 cm)
- heilen meist innerhalb von 7–14 Tagen ab
- keine Narbenbildung
Major-Typ
- größer und tiefer
- sehr schmerzhaft
- Heilung kann mehrere Wochen dauern
- gelegentlich Narbenbildung

Minor-Aphten sind klein und oberflächlich, während Major-Aphten größer, tiefer und meist deutlich schmerzhafter sind.
Herpetiforme Aphten
- viele sehr kleine Aphten gleichzeitig
- können zusammenfließen
- werden oft mit Herpes verwechselt (sind aber kein Virus)
Aphten Symptome: Wie erkennt man sie?
Die typischen Symptome umfassen:
- Brennendes oder stechendes Gefühl vor Auftreten
- Sichtbare weiße oder gelbliche Stelle mit rotem Rand
- Schmerzen beim Essen, Trinken oder Sprechen
- Selten: geschwollene Lymphknoten, allgemeines Unwohlsein
Achtung: Aphten sind nicht ansteckend! Sie sind nicht mit Herpesbläschen zu verwechseln, die durch das Herpes-simplex-Virus verursacht werden.
Ursachen: Warum entstehen Aphten?
Die genaue Ursachen sind abschließend geklärt. Man vermutet eine virale Infektion, ähnlich einem Herpes simplex. Sie gelten jedoch als multifaktoriell bedingt. Häufig spielen folgende Faktoren eine Rolle:
1. Mechanische Reize
- Verletzungen durch Zahnbürsten, Zahnspangen oder Zahnprothesen
- Bissverletzungen im Schlaf oder beim Kauen
2. Stress und psychische Belastung
- Emotionaler Stress gilt als häufig genannter Auslöser
- Stress schwächt das Immunsystem
- Aphten treten häufig in Belastungsphasen auf
3. Nahrungsmittelunverträglichkeiten
- Häufig genannte Trigger: Zitrusfrüchte, Tomaten, Nüsse, Schokolade, scharf gewürzte Speisen
4. Nährstoffmangel
Mangel an
5. Hormonelle Schwankungen
- Menstruation
- Schwangerschaft
6. Genetische Veranlagung
- Familiäre Häufung von Aphten ist häufig zu beobachten
7. Reizstoffe in Zahnpasta
- Vor allem Natriumlaurylsulfat (SLS) kann die Schleimhaut reizen
Sind Aphten gefährlich oder ansteckend?
👉 Nein.
Aphten sind nicht ansteckend und in der Regel harmlos.
Allerdings solltest du aufmerksam werden, wenn:
- Aphten sehr häufig auftreten
- sie ungewöhnlich groß sind
- sie länger als 2–3 Wochen nicht abheilen
- zusätzlich Fieber oder starke Schmerzen auftreten
Dann sollte ärztlich abgeklärt werden, ob eine andere Ursache vorliegt.
Wie lange dauern Aphten?
- Minor-Typ: 7–14 Tage
- Major-Typ: mehrere Wochen
In dieser Zeit ist Geduld gefragt. Kratzen oder Aufstechen verlängert die Heilung und erhöht das Infektionsrisiko.
Was hilft wirklich gegen Aphten?
Um die Mundschleimhaut nicht weiter zu reizen, steht der Verzicht im Vordergrund: Günstig sind weiche, lauwarme Speisen wie Pudding oder Kartoffelpüree. Auch Eis tut gut — schon die Kälte wirkt schmerzlindernd. Vermeiden solltest du scharfe, saure und stark gewürzte Speisen sowie kohlensäurehaltige Getränke und Alkohol.
Um ein sauberes Wundmilieu zu schaffen, solltest du nach dem Essen den Mund auszuspülen. Gut geeignet ist ein kalter Salbeitee aus frischen Salbeiblättern oder eine Mundspüllösung aus der Apotheke (z.B. Tantum verde ®)
Hausmittel gegen Aphten
Viele Menschen schwören auf natürliche Hausmittel zur Behandlung von.
Diese können helfen, die Entzündung zu lindern und die Heilung zu beschleunigen.
- Salbeitee oder Kamillentee: antiseptisch und entzündungshemmend
- Honig: antibakteriell, fördert Wundheilung
- Backpulverpaste: neutralisiert die Säure im Mund (1 TL Backpulver + etwas Wasser)
- Kokosöl: wirkt entzündungshemmend und pflegt die Schleimhaut
Medizinische Behandlung
In der Apotheke gibt es zahlreiche Produkte zur lokalen Behandlung, z. B.:
- Betäubende Gele oder Sprays mit Lidocain (z.B. Kamistad® Gel oder Infectogingi®, dass auch für Säuglinge geeignet ist) oder Benzocain (Anaesthesin® Pastillen): Betäubende Lokalanästheika werden meist als Gel, gepinselt oder als Salbe direkt auf die Aphte aufgebracht. Vor dem Essen aufgetragen lindern sie die Schmerzen während des Kauens. Wer zusätzlich die Abheilung der Aphthe fördern möchte, kann zu Benzydamin greifen. Dieser Indazol-Abkömmling hat sowohl betäubende als auch entzündungshemmende Effekte. Es gibt ihn als Spray zur punktgenauen Applikation, als Lösung zur Herstellung einer Mundspülung und als Lutschtabletten.
- Difflam® Spray und Tantum Verde® Spray dürfen auch im Kindesalter angewendet werden.
- Mundspülungen mit Chlorhexidin oder Salbei oder Kamillenblüte (z.B. Kamillosan®).
- Adstringenzien Sie hemmen die Entzündung und Sekretion und tragen dadurch zur schnellen Wundheilung bei. Man verwendet sie als Mundspülung oder trägt sie mit dem Pinsel auf die Läsionen auf. Manche schmecken unangenehm, andere färben Textilien. Es empfiehlt deshalb, vor der Anwendung den Beipackzettel zu lesen. Die Präparate beinhalten zum Beispiel Aluminiumchlorid, Myrrhen-Extrakte, Rhabarberwurzel-Extrakte, Ratanhiawurzel-Extrakte und Pfefferminzöl. Beispiele sind Gargarisma zum Gurgeln, Mallebrin® Konzentrat zum Gurgeln, Echtrosept® Mundspülung, Pyralvex® Lösung oder Salviathymol®N Madaus. Für Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren werden Adstringenzien nicht empfohlen.
- Aphtenpflaster oder schützende Filme: wirken wie ein „Schutzschild“
- Kortisonhaltige Salben bei schweren oder wiederkehrenden Aphten (nur nach ärztlicher Verordnung)
Aphten vorbeugen: So kannst du ihnen entgegenwirken
Wenn du häufiger unter Aphten leidest, lohnt es sich, präventiv aktiv zu werden:
- Verwende SLS-freie Zahnpasta
- Achte auf ausgewogene Ernährung – vor allem mit genügend B-Vitaminen, Eisen und Zink
- Reduziere Stress durch Sport, Meditation oder Achtsamkeitstraining
- Pflege deine Mundhygiene, aber vermeide zu harte Bürsten
- Führe ein Ernährungstagebuch, um mögliche Auslöser zu identifizieren
Wann solltest du zum Arzt?
Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn:
- die Aphthen länger als 2 Wochen bestehen
- du immer wieder neue Aphten bekommst
- die Schmerzen sehr stark sind
- du gleichzeitig Fieber, Abgeschlagenheit oder Lymphknotenschwellungen hast
- Verdacht auf Vitaminmangel oder eine zugrunde liegende Erkrankung besteht (z. B. Morbus Behçet, Zöliakie, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen)
Häufige Fragen (FAQ) zu Aphten
Sind Aphten ansteckend?
Nein, Aphten sind nicht ansteckend und entstehen nicht durch Viren oder Bakterien.
Wie lange dauert eine Aphte?
In der Regel heilen Sie innerhalb von 7–14 Tagen ohne Narbenbildung ab.
Welche Zahnpasta bei Aphten?
Empfohlen wird eine Zahnpasta ohne Natriumlaurylsulfat (z. B. Sensodyne, Elmex Sensitive Professional ohne SLS).
Hilft Zink gegen Aphten?
Zink spielt eine wichtige Rolle im Immunsystem und bei der Wundheilung – ein Mangel kann Aphten begünstigen.
Sind Aphten Herpes?
Nein. Aphten haben nichts mit dem Herpesvirus zu tun und sind nicht ansteckend.
Kann Stress Aphten auslösen?
Ja. Stress gilt als einer der häufigsten Auslöser.
Sind Aphten ein Zeichen für Vitaminmangel?
Das kann sein, insbesondere bei Vitamin B12, Eisen oder Folsäure.
Was sollte man bei Aphten nicht essen?
Scharfe, saure oder sehr harte Lebensmittel können die Schmerzen verstärken.
Wann sollte man mit Aphten zum Arzt gehen?
Wenn sie ungewöhnlich groß sind, sehr häufig auftreten oder nicht abheilen.
Fazit: klein, aber unangenehm
Aphten sind kleine Wunden mit großer Wirkung. Die gute Nachricht: Meist sind sie harmlos und verschwinden von selbst. Mit der richtigen Pflege, einer angepassten Ernährung und etwas Geduld lassen sich die Beschwerden lindern – und künftige Ausbrüche möglicherweise vermeiden. Wer regelmäßig betroffen ist, sollte seine Gewohnheiten und möglichen Auslöser genauer unter die Lupe nehmen – und bei Bedarf ärztlichen Rat einholen.
Teile diesen Beitrag, wenn du jemanden kennst, der oft unter Aphten leidet – oder schreib in die Kommentare, welches Mittel dir persönlich geholfen hat!
Letzte Aktualisierung:
25.01.2026
Redaktion / medizinischer Hinweis:
Die Inhalte dienen der Information und ersetzen keine ärztliche Beratung.