Welche Bakterien verursachen Karies?
Karies entsteht nicht durch den Zahn selbst, sondern durch bestimmte Bakterien im Mund. Diese Mikroorganismen wandeln Zucker aus der Nahrung in Säuren um. Die Säuren greifen den Zahnschmelz an und führen langfristig zur Zerstörung der Zahnsubstanz.
Die wichtigsten kariogenen Bakterien sind:
- Streptococcus mutans
- Lactobacillus
- Actinomyces
Diese Keime kommen bei vielen Menschen im Mund vor. Problematisch wird es, wenn sie sich stark vermehren und dauerhaft Säuren produzieren.
Streptococcus mutans – das wichtigste Kariesbakterium
Streptococcus mutans gilt als der Hauptverursacher von Karies. Dieses Bakterium besitzt besondere Eigenschaften, die es besonders gefährlich für die Zähne machen.
Typische Eigenschaften
- bildet sehr schnell Zahnbelag
- haftet fest an der Zahnoberfläche
- produziert große Mengen Säure
- kann Zucker besonders effizient verwerten
Besonders bei Kindern spielt dieses Bakterium eine große Rolle, da es häufig früh im Leben übertragen wird.
Lactobacillus – beteiligt am Fortschreiten der Karies
Lactobacillus ist weniger für den Beginn der Karies verantwortlich, sondern eher für deren Fortschreiten.
Das bedeutet:
Dieses Bakterium beschleunigt die Zerstörung des Zahnes, wenn bereits eine Karies vorhanden ist.
Typische Eigenschaften
- produziert starke Säuren
- überlebt gut in saurer Umgebung
- verstärkt bestehende Karies
Je mehr Lactobacillen im Mund vorhanden sind, desto schneller kann sich eine Karies ausbreiten.
Actinomyces – häufig bei Karies am Zahnhals
Actinomyces-Bakterien sind besonders häufig an bestimmten Stellen im Mund beteiligt.
Typische Bereiche:
- Zahnhals
- Zahnwurzel
- Zahnfleischrand
Diese Bakterien spielen vor allem bei sogenannter Wurzelkaries eine Rolle, die häufiger bei Erwachsenen und älteren Menschen vorkommt.
Warum sind diese Bakterien gefährlich für die Zähne?
Die schädliche Wirkung entsteht nicht durch die Bakterien selbst, sondern durch ihre Stoffwechselprodukte.
Der entscheidende Prozess:
1
Bakterien nehmen Zucker auf
2
Sie produzieren Säure
3
Der Zahnschmelz verliert Mineralstoffe
4
Karies entsteht
Dieser Vorgang wird als Demineralisation bezeichnet.
Wenn dieser Prozess häufig wiederholt wird, kann der Zahn dauerhaft geschädigt werden.
Sind Kariesbakterien ansteckend?
Ja, Kariesbakterien können übertragen werden.
Das geschieht zum Beispiel durch:
- Küssen
- gemeinsames Besteck
- Ablecken eines Schnullers
- Probieren von Babynahrung mit demselben Löffel
Besonders wichtig ist das bei kleinen Kindern, da sie ihre Mundflora erst entwickeln.
Wo befinden sich Kariesbakterien im Mund?
Die meisten Kariesbakterien leben im Zahnbelag (Plaque).
Typische Problemstellen:
- Zahnzwischenräume
- Fissuren (Kauflächen)
- Zahnfleischrand
- unter Zahnspangen
- unter Kronen oder Füllungen
Diese Bereiche sind schwer zu reinigen und bieten ideale Bedingungen für Bakterien.
Welche Faktoren fördern das Wachstum von Kariesbakterien?
Nicht jeder Mensch mit Bakterien bekommt automatisch Karies. Entscheidend sind die Lebensbedingungen im Mund.
Wichtige Risikofaktoren
- häufige Zuckeraufnahme
- schlechte Mundhygiene
- trockener Mund
- seltene Zahnarztbesuche
- mangelnde Fluoridzufuhr
- häufiges Snacken
Besonders problematisch ist:
häufiger Zuckerkonsum über den Tag.
Wie kann man Kariesbakterien reduzieren?
Eine vollständige Entfernung der Bakterien ist nicht möglich. Ziel ist es, ihre Anzahl zu kontrollieren.
Die wichtigsten Maßnahmen
1. Regelmäßiges Zähneputzen
Empfohlen:
- zweimal täglich
- mindestens 2 Minuten
- mit fluoridhaltiger Zahnpasta
2. Reinigung der Zahnzwischenräume
Sehr wichtig, da sich dort besonders viele Bakterien sammeln.
Hilfsmittel:
- Zahnseide
- Interdentalbürsten
3. Zucker reduzieren
Je seltener Zucker konsumiert wird, desto weniger Säure produzieren Bakterien.
Besonders wichtig:
- weniger süße Getränke
- feste Mahlzeiten statt ständiges Snacken
4. Fluorid verwenden
Fluorid stärkt den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säuren.
5. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen
Empfohlen:
alle 6 bis 12 Monate.
So können Veränderungen früh erkannt werden.
Haben alle Menschen Kariesbakterien?
Ja.
Kariesbakterien sind ein natürlicher Bestandteil der Mundflora.
Der Unterschied liegt nicht darin, ob sie vorhanden sind, sondern:
- wie viele vorhanden sind
- wie aktiv sie sind
- wie gut die Mundhygiene ist
Kariesbakterien bei Kindern – warum sind sie besonders wichtig?
Kinder sind besonders gefährdet, weil:
- ihr Zahnschmelz dünner ist
- ihre Mundhygiene noch nicht perfekt ist
- sie häufig süße Getränke konsumieren
Ein weiterer Faktor ist die frühe Übertragung von Bakterien durch Eltern oder Bezugspersonen.
Deshalb ist eine gute Zahnpflege bereits im Kleinkindalter entscheidend.
FAQ – Häufige Fragen zu Kariesbakterien
Welches Bakterium verursacht Karies am häufigsten?
Das wichtigste Kariesbakterium ist Streptococcus mutans. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Zahnbelag und Säurebildung.
Kann man Kariesbakterien vollständig entfernen?
Nein.
Kariesbakterien gehören zur natürlichen Mundflora. Ziel ist es, ihre Anzahl zu reduzieren und ihre Aktivität zu kontrollieren.
Sind Kariesbakterien gefährlich für Erwachsene?
Ja.
Auch Erwachsene können Karies entwickeln, besonders bei:
- trockener Mundhöhle
- freiliegenden Zahnhälsen
- schlechter Mundhygiene
Kann man testen, ob man viele Kariesbakterien hat?
Ja.
Beim Zahnarzt sind sogenannte Speicheltests möglich, mit denen die Menge bestimmter Bakterien bestimmt werden kann.