Parodontitis

Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparats, also des Gewebes, das deine Zähne im Kiefer verankert. Sie beginnt meist schleichend, verursacht oft lange keine Schmerzen und wird daher häufig zu spät entdeckt.

Wird sie nicht behandelt, kann sie zu Zahnfleischschwund, Zahnlockerung und sogar Zahnverlust führen. Deshalb ist es wichtig, Parodontitis frühzeitig zu erkennen und richtig einzuordnen.

Was ist eine Parodontitis ?

Der Zahnhalteapparat besteht aus:

  • Zahnfleisch (Gingiva)
  • Fasern, die den Zahn im Zahnfach halten (Desmodont)
  • dem umgebenden Kieferknochen

Parodontitis entsteht, wenn Bakterien im Zahnbelag (Plaque) eine Entzündung auslösen, die nicht nur das Zahnfleisch betrifft, sondern sich bis in den Knochen vorarbeitet.

Der Großteil der Parodontitis-Erkrankungen wird durch Bakterien im Mund ausgelöst. Über 700 Bakterienarten besiedeln den Mund. Die meisten sind harmlose Varianten, die zu einer gesunden Mundflora beitragen. Man spricht hier von einer Symbiose.

Ändert sich die Menge der Bakterien oder die Zusammensetzung durch äußerliche Faktoren oder Immunschwäche kann das Gleichgewicht kippen und eine Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis) die Folge sein. Länger bestehende Entzündungsprozesse führen zu einer gesteigerten Antwort des Körpers. Letztendlich ist es die körpereigene Abwehrreaktion auf die Infektion, die den Kieferknochen und den Zahnhalteapparat angreift und abbauen kann (Parodontitis). Der Körper lässt los, was ihm schadet: die Zähne.

Stadien der Parodontitis

Was sind die Ursachen und Risiken einer Parodontitis?

Ursache der Parodontitis ist eine vermehrte Ansammlung von entzündungsfördernden Bakterien. Ohne Bakterielle Beläge kann keine Gingivitis oder Parodontitis entstehen.

Verschiedene Faktoren können den Verlauf und die Geschwindigkeit, mit der eine Parodontitis voranschreiten verlangsamen oder beschleunigen.

Hauptursachen

  • Zahnplaque und Zahnstein
  • Ungenügende Mundhygiene

Risikofaktoren

  • Bestimmte Medikamente
  • Rauchen
  • Diabetes mellitus
  • Immunschwäche
  • Hormonelle Veränderungen (z. B. Schwangerschaft, Wechseljahre)
  • Stress
  • Mundtrockenheit
  • Ungesunde Ernährung

Welche Symptome gibt es ?

Parodontitis beginnt schleichend. Häufige Anzeichen sind:

  • Zahnfleischbluten beim Zähneputzen oder spontan
  • Rötung oder Schwellung des Zahnfleisches
  • Zahnfleischrückgang
  • Zahnfleischtaschen
  • Mundgeruch oder schlechter Geschmack
  • Lockerung der Zähne im fortgeschrittenen Stadium

👉 Wichtiger Hinweis:
Oft gibt es keine Schmerzen in den frühen Stadien. Viele Betroffene bemerken das Problem erst spät

Die deutsche Gesellschaft für Parodontologie hat hierfür einen Schnelltest entwickelt, um das Risiko einer Parodontitis zu ermitteln.

Ist Parodontitis heilbar ?

In frühen Stadien eine Gingivitis durch Entfernung des Biofilms (Plaque) oftmals folgenlos ausheilen. Die klingt Entzündung klingt ab, wenn das Gleichgewicht der bakteriellen Flora wieder hergestellt wird. Oftmals ist hier schon eine professionelle Zahnreinigung (PZR) ausreichend um die bakteriellen Belägen vollständig zu entfernen.

Eine Parodontitis ist oft schon mit einem Knochenverlust verbunden und kann nur in den seltensten Fällen zu einer vollständigen Heilung gebracht werden. Hier geht es darum den entstandenen Schaden zu begrenzen. Die Vermeidung von Folgeschäden wie Zahnverlust oder die Verschlechterung der allgemeinen Gesundheit ( Diabetes, Endokarditis) liegen hier im Vordergrund.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Nur ein Zahnarzt kann die Diagnose sicher stellen. Typische Schritte sind:

  1. Parodontaler Screening Index (PSI) – Messung der Tiefe der Zahnfleischtaschen
  2. Röntgenaufnahme – Beurteilung von Knochenabbau und Zahnhalteapparat
  3. Sicht- und Tastbefund zur Entzündungsaktivität

Je tiefer die Taschen und je stärker der Knochenabbau, desto fortgeschrittener ist die Parodontitis.

Messung des PSI mit einer speziellen Messsonde zur Feststellung einer Parodontitis.
Messung der Zahnfleischtaschen mit einer speziellen Messsonde (WHO-Sonde)
Einteilung der PSI Codes und deren Aussagekraft
Aussagen des PSI-Codes

Liegt hier ein Verdacht auf eine Zahnfleischerkrankung vor wir mit einem Röntgenbild das tatsächliche Ausmaß sichtbar gemacht. Hier wird anhand des Knochens der Schweregrad und spezielle Risiken erörtert und die geeigneten Therapiemaßnahmen werden besprochen .

Wie läuft die Therapie/ Behandlung ?

Parodontitis kann nicht immer vollständig geheilt werden, aber ihr Fortschreiten lässt sich stoppen und Schäden begrenzen.

🔹 Professionelle Reinigung

Mechanische Entfernung von Plaque und Zahnstein ist der erste Schritt. Spezialgeräte entfernen auch Beläge unter dem Zahnfleischrand.

🔹 Erweiterte Therapien

  • Lokale Desinfektion der Zahnfleischtaschen
  • Einsatz von Laser oder photodynamischer Therapie
  • In manchen Fällen Antibiotika oder antimikrobielle Spülungen
  • Wiederholte Kontroll- und Hygienesitzungen

🔹 Ergänzende Maßnahmen

  • Regelmäßige professionelle Zahnreinigung (PZR)
  • Verbesserung der Mundhygiene
  • Zahnzwischenraumreinigung
  • Raucherentwöhnung

➡️ Eine gute Mundhygiene unterstützt jede Behandlung und senkt die Rückfallrate.

🛡️Parodontitis vorbeugen

Vorbeugung ist entscheidend – besonders wenn bereits Zahnfleischentzündungen auftreten.

So kannst du Parodontitis vorbeugen:

  • Mindestens zweimal täglich Zähne putzen
  • Zahnseide oder Interdentalbürsten nutzen
  • Zunge und Zahnzwischenräume reinigen
  • Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen
  • Gesunde Ernährung & viel Wasser
  • Rauchstopp

Was kostet eine PA-Behandlung?

Die Kosten der Behandlung werden momentan noch zum großen Teilen von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Die Krankenkassen bezahlen aber erst „wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“. D.h. liegt eine Parodontitis vor, dann werden die Kosten übernommen. Vorbeugende Maßnahmen werden nicht übernommen.

Kosten können durch ergänzenden Maßnahmen wie Laser, Ozon, Pulverstrahl oder lokale Antibiotika oder Antiseptika entstehen.

Kann man eine Parodontitis selbst behandeln?

Hier die schlechte Nachricht: da die Erkrankung unterhalb des Zahnfleischrandes stattfindet tragen sämtliche Selbstbehandlungen nicht zu einer wirklichen Heilung bei und können im schlimmsten Fall die Krankheit sogar verschlimmern. Man kann mit der richtigen Ernährung und einer guten Mundhygiene den Behandlungsverlauf und der Erfolg einer Therapie wirksam beeinflussen, aber es braucht bei einer akuten Parodontitis immer eine zahnärztliche Behandlung um das Problem von Grund auf zu lösen.

Hier sollte aber das Augenmerk auf der Vorbeugung liegen, da eine Verhinderung einer Erkrankung oftmals sinnvoller ist als die Behandlung einer chronischen Erkrankung.

Wie kann man einer Parodontitis vorbeugen?

Die beste Methode zur Prävention von Parodontitis ist die Einhaltung einer guten Mundhygiene, einschließlich regelmäßigem Zähneputzen, Zahnzwischenraumreinigung, eine richtige Ernährung und regelmäßigen zahnärztlichen Untersuchungen.

Periotrap ® 

Wenn Sie Anzeichen von Parodontitis wie Zahnfleischbluten, Zahnfleischrückgang oder lockere Zähne bemerken, sollten Sie sofort einen Zahnarzt aufsuchen.

Ein vielversprechender Ansatz ist eine neu Zahnpasta, dessen spezielle Inhaltsstoffe die hauptverantwortlichen Bakterien in ihrem Wachstum hemmen soll, ohne die gesunde Mundflora zu beeinflussen. PerioTrap.

Der darin enthaltene Wirkstoff Guanidinoethylbenzylamino Imidazopyridine Acetate (kurz S-636) hemmt spezifisch das Wachstum des Hauptverursachers Porphyromonas gingivalis. Es handelt sich hierbei um einen „Pathoblocker“, der Bakterien nicht abtötet, sondern deren pathologischen Mechanismus blockiert.

❓ Häufige Fragen zur Parodontitis

Ist Parodontitis ansteckend?
Bestimmte Bakterien können zwischen Menschen übertragen werden, aber nicht jeder mit diesen Bakterien erkrankt zwangsläufig.

Kann Parodontitis wiederkommen?
Ja. Ohne konsequente Mundhygiene und regelmäßige Kontrolle kann sie wieder auftreten.

Wie erkenne ich Frühstadien?
Zahnfleischbluten und leichte Rötungen sind oft erste Warnzeichen.

Zusammenfassung

Parodontitis ist eine ernste, aber oft schleichende Erkrankung des Zahnhalteapparats, die durch Bakterien ausgelöst wird und ohne Behandlung zu Zahnverlust führen kann. Mit rechtzeitiger Diagnose, guter Mundhygiene und professioneller Therapie lässt sich ihr Fortschreiten stoppen und nachhaltig kontrollieren.

Letzte Aktualisierung:

30.01.2026

Hinweis:

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.